Johann Andreas Schmeller schrieb gut und schrieb viel. Neben seinem wissenschaftlichen Werk hinterließ er einen umfangreichen Briefwechsel und ein Tagebuch.
An dieser Stelle soll Schmeller in monatlichen Abständen als Mensch und als kritischer Beobachter seiner Zeit zu Wort kommen.




Dezember 2012

Die Serie "Schmeller persönlich" endet in der bisherigen Form.
Deswegen folgt nun der letzte Eintrag in Schmellers Tagebuch:



13. July. [1852]

Brief v. Liliencron`s vom 9t. d. aus Kiel. Der Minister v. Ringelmann habe ihm unterm 5. Juny d. Jahres geschrieben, ob er geneigt sei eine Professur der deutschen Litteratur in München zu übernehmen. Liliencron habe, da der Minister jedenfalls noch die allerhöchste Genehmigung seines Vorschlages als Zwischenmoment hingestellt, dieses Schreiben nicht als officiellen Ruf angesehen, jedoch unterm 10. erwiedert, daß er demselben mit der größten Freude folgen würde.
Seitdem sey ihm (Liliencron) auch ein Ruf nach Jena zugegangen.
In der Verlegenheit, wohin er zusagen solle ("obschon er die größere Universität und die größere Stadt mit ihren Schätzen aller Art vorziehen würde") wendet er sich an mich mit der Bitte um Auskunft in welchem Stadium sich hieselbst seine Hofnungen befinden ob der in Aussieht gestellte Ruf noch zu erwarten sey oder ob man sich inzwischen eines andern besonnen habe?
Ich weiß hier nichts besseres zu thun (Ringelmann ist abgetreten, Strauß versieht einsweilen dessen Stelle, der König ist in Regensburg), als Liliencron`s Brief selbst an den Ministerialrath v. Hänlein, Generalsecretär des betreffenden Ministeriums mitzutheilen.

(Johann Andreas Schmeller Tagebücher 1801 – 1852, 2. Band 1826 – 1852, hg. von Paul Ruf, München 1956, S. 551)

Es handelt sich um Rochus von Liliencron (1820 – 1912), Neffe des berühmten Dichters Detlev von L. Er nahm letztendlich die Professur in Jena an und wurde später zum Redakteur der Allgemeinen Deutschen Biographie ernannt.

 

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